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Vielleicht haben Sie gerade erst erfahren, daß Ihr Kind an Asthma erkrankt ist. Gewiß haben Sie nun viele Fragen, die nicht nur die medizinische Behandlung betreffen, sondern auch die Zukunft Ihres Kindes und das alltägliche Familienleben.
Ich will Ihnen mit dieser Seite erste Informationen zur Erkrankung und zu deren Behandlung im Alltag anbieten. Inhalte und weitere Fragen werde ich gerne mit Ihnen in meiner Praxis besprechen.
- Was ist Asthma?
- Was geschieht bei einem Asthmaanfall?
- Wie entsteht Asthma?
- Was kann einen Asthmaanfall auslösen?
- Asthma ist nicht bei allen Kindern gleich
- Wie können Eltern ihrem Kind helfen?
- Vorbeugende Medikamente zum Schutz der Bronchien
- Bronchienerweiternde Medikamente und andere Notfallmedikamente
- Inhalative oder orale Therapie?
- Richtig Inhalieren
- Feuchtinhalation
- Dosieraerosole (Sprays)
- Spacer
- Trockeninhalation / Pulverinhalation
- Welche Medikamente sind für Ihr Kind geeignet?
- Wissen, wie es um die Bronchien steht: Atemschule-Pekflow
- Atemübungen zur Förderung des Wohlbefindens
- Der Notfall
- Asthma, Sport und Spaß
- Wenn Asthma die Familie belastet
- Externe Information
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Sie kann zwar nicht geheilt, heute aber dank ausführlicher Information der Familien und dank wirksamer Medikamente gut behandelt werden. Kindern mit Asthma kann so eine normale körperliche und seelische Entwicklung, und das heißt auch ein fröhliches und aktives Aufwachsen, ermöglicht werden. Asthma macht sich dadurch bemerkbar, daß es zu Beschwerden beim Ein- und Ausatmen oder auch zu plötzlicher Luftnot kommt. Oft beginnt die Erkrankung schleichend. Ungewöhnliche Müdigkeit, geringe Belastbarkeit, häufiges Husten oder nur sehr langsam ausklingende Atemwegsinfekte sind typische Anzeichen. Unzureichend behandelt kann Asthma schließlich zu schweren Hustenanfällen und zu Erstickungsgefühlen führen, die Kindern und Eltern große Ängste bereiten können.
Bei einem Asthmaanfall gelangt zu wenig
sauerstoffreiche Atemluft in die Lungen, weil sich die Atemwege, die
sogenannten Bronchien, verengen. Die Bronchien bilden ein weit
verzweigtes Netz von Röhren, über das die eingeatmete Luft aus der
Luftröhre zu den Lungenbläschen gelangt. Sind diese Röhren zu eng, dann
werden die Lungenbläschen nur ungenügend mit frischer Atemluft
versorgt. Das Blut kann deshalb nicht genug mit dem lebenswichtigen
Sauerstoff angereichert werden.
Die Bronchien sind in ihrem Innern mit einer Schleimhaut ausgestattet.
Die äußere Schicht der Bronchien besteht aus Muskeln, der sogenannten
Bronchialmuskulatur.
Für die Verengung der Atemwege beim Asthma gibt es
nun zwei Gründe:
1. die Schleimhaut der Bronchien ist entzündet, sie schwillt an und produziert vermehrt zähfIüssigen Schleim und
2. die äußere Bronchialmuskulatur verkrampft, d. h. sie zieht sich zusammen.
Die genauen Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Man weiß jedoch, daß eine übermäßige Empfindlichkeit der Bronchialschleimhaut ein entscheidender Ausgangspunkt ist. Unter dieser Voraussetzung können viele verschiedene äußere Reize eine langanhaltende Entzündung der Schleimhaut auslösen. Während diese Reize für viele andere Menschen kaum von Bedeutung sind, rufen sie bei Kindern mit Asthma eine Verengung der Bronchien und damit Atemnot hervor. Fachleute gehen heute davon aus, daß die übergroße Empfindlichkeit der Bronchien angeboren ist. Die Bereitschaft für Asthma wird vererbt. Dies kann auch in Familien geschehen, in denen weder Mutter noch Vater an Asthma erkrankt sind. Oft ist jedoch ein Elternteil oder ein anderer naher Verwandter betroffen. Wenn Asthma bei einem Kind festgestellt wird, sollten sich Eltern bewußt machen, daß die Bereitschaft für Asthma zwar vererbt werden kann, jedoch niemand Schuld hat, wenn die Erkrankung schließlich bei einem Kind auftritt!
Eine große Anzahl von Auslösern ist bekannt, wobei jedes Kind und seine Familie durch Beobachtung bald eigene sogenannte Allergene beschreiben kann. Der wichtigste Auslöser für allergische Asthmareaktionen bei Kindern ist die Hausstaubmilbe, oder genauer, ihr Kot. Milben sind dort anzutreffen, wo es ausreichend Nahrung (menschliche oder tierische Hautschuppen),Wärme und Feuchtigkeit gibt. Viele der unsichtbaren Milben finden sich daher im Bettzeug, in der Matratze, rund um das Bett und nicht zuletzt in Kuscheltieren
Tierhaare und Tierschuppen
Pollen (Blüten-, Baum- und Gräserpollen)
Schimmelpilzbefall in der Wohnung
Tabakrauch
Luftschadstoffe
Erreger von Erkältungskrankheiten
kalte trockene Luft
körperliche Belastungen
starke seelische Erregung, Belastung
Obwohl etwa 10 % aller Kinder in Deutschland mit Asthma leben, ist die Erkrankung bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt. Jedes Kind reagiert auf etwas andere Reize sensibel, und auch die Intensität, Häufigkeit und Dauer der Beschwerden sind verschieden. Gemeinsam mit Ihrer Kinderärztin oder dem Arzt können Sie die Allergene und Situationen herausfinden, die speziell bei Ihrem Kind zu Atemnot führen. Je genauer Sie diese kennen, um so besser können Sie vorbeugen. Eine genaue Vorhersage über den Verlauf der Erkrankung ist heute noch nicht möglich. Langzeituntersuchungen zeigen kein eindeutiges Bild. Während viele Jugendliche mit dem Eintritt in die Pubertät kaum noch Beschwerden verspüren, bleibt das Asthma bei anderen bis ins Erwachsenenalter bestehen. Ohne ausreichende Behandlung kommt es sogar zu deutlichen Verschlechterungen des Befindens. Ebenso muß die medikamentöse Behandlung auf die Situation jedes Kindes persönlich zugeschnitten werden. AIlen Kindern mit Asthma ist jedoch gemeinsam, daß ihnen durch eine regelmäßige Behandlung, Schutz vor Allergenen und Wissen über das richtige Verhalten in kritischen Situationen gut geholfen werden kann.
Der Erfolg der Asthmabehandlung hängt nicht nur vom Rat
des erfahrenen Kinderarztes ab, sondern vor allem davon, wie gut es
Eltern und Kindern gelingt, die notwendigen Behandlungen und
Vorsorgemaßnahmen jeden Tag sorgfältig durchzuführen. Als Eltern
sollten Sie sich daher genau über die Wirkung und richtige Anwendung
der Asthmamedikamente informieren. Im zweiten Kapitel dieser Broschüre
finden Sie dazu einige Informationen. Scheuen Sie sich auch nicht,
Ihren Arzt zu befragen, wenn Sie unsicher sind oder Bedenken haben.
Wichtig ist hier vor allem, da8 einige Medikamente regelmäßig
eingenommen werden müssen, und zwar auch dann, wenn Ihr Kind keine
Beschwerden hat. Nur so bleibt die schützende Wirkung bestehen.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist, Ihr Kind vor Allergenen, wie z. B.
Hausstaubmilben, zu schützen. Dazu kann es erforderlich sein, den
Schlaf- und Spielbereich Ihres Kindes umzugestalten. Die Broschüre
”Prima Klima!” (s. Anhang) gibt Ihnen dazu praktische Anregungen.
Obwohl es Kindern manchmal großen Kummer bereitet, kann es auch
notwendig werden, sich von Haustieren zu trennen.
Gute Luft bedeutet auch, daß in der Wohnung nicht geraucht werden
sollte. Wenn es Ihnen bisher schwergefallen ist, das Rauchen
aufzugeben, dann kann vielleicht die Gesundheit Ihres Kin- des dazu den
entscheidenden Anstoß liefern.
Schließlich können Eltern und Kinder lernen, erste Körpersignale eines
drohenden Anfalls frühzeitig selbst zu erkennen und rechtzeitig
wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. In Asthmaschulungen für Kinder
und Eltern werden die Früherkennung geübt und Hilfsmittel zur Messung
der Atemkraft vorgestellt. Außerdem wird trainiert, welche
Körperhaltungen und Atemtechniken bei beginnender Luftnot hilfreich
sind. Die richtige und schnelle medikamentöse Behandlung eines
Asthmaanfalls ist ebenfalls ein Thema, das ausführlich besprochen wird.
Fragen Sie in Ihrer Kinderarztpraxis nach einer solchen Asthmaschulung
in Ihrer Nähe!
Obwohl Asthma zusätzliche Anforderungen stellt, sind die Chancen
betroffener Kinder bei guter Behandlung groß, daß sie sich körperlich
und seelisch altersgemäß entwickeln. Dazu ist es jedoch wichtig, daß
sie in möglichst allen Lebensbereichen ”normal” behandelt und - so weit
es die Erkrankung erlaubt - auch gefordert werden. Übertriebene
Rücksicht oder Entlastung von allen Pflichten hilft keinem Kind,
selbstbewußt und sicher durchs Leben zu gehen. Eltern unterstützen ihre
Kinder vielmehr, wenn sie deren Selbständigkeit fördern und ihnen
Chancen zur Selbst- bestätigung nicht nur in der Schule, sondern auch
in Freizeit und Familie bieten. Die Asthmabehandlung sollte
selbstverständlich und konsequent durchgeführt werden, jedoch nicht
ständig im Mittelpunkt des Familienlebens stehen. Kinder sollen nicht
für ihr Asthma, sondern gut mit Asthma leben!
Obwohl Asthma bei vielen Kindern längst nicht täglich zu Beschwerden
führt, handelt es sich doch um eine chronische Erkrankung, die
regelmäßig und sorgfältig behandelt werden sollte” Nur so sind die
Chancen groß, daß Asthmaanfälle verhindert oder im Notfall rasch
erfolgreich behandelt werden können. Ausreichend behandelte und gut
informierte Kinder können an fast allen Unternehmungen mit ihren
gleichaltrigen Freunden teilnehmen und sich altersgemäß; entwickeln.
Entgegen früheren Vorstellungen können und sollten Kinder mit Asthma
heute auch aktiv sein und am Sport in Schule und Verein teilnehmen.
Ihre Kinderärztin oder Ihr Arzt werden mit Ihnen besprechen, welche
Medikamente für Ihr Kind richtig sind, damit es im Alltag sicher und
unbeschwert leben kann.
Cromoglycinsäure (DNCG)
Kortikosteroide
Vorbeugende Medikamente setzen die übergroße Empfindlichkeit der
Bronchien gegenüber Allergenen herab. Die Entzündung der
Bronchialschleimhaut wird gehemmt. Die Atemwege bleiben frei. Damit die
schützende Wirkung erhalten bleibt, müssen diese Medikamente ständig,
also auch in beschwerdefreien Zeiten, eingenommen werden.
Kindern fällt es schwer zu verstehen, warum sie Medikamente benötigen,
wenn sie sich wohl fühlen. Vielleicht erzählen Sie Ihrem Kind dazu die
Geschichte von einem Igel, der die Stacheln, die ihn schützen, immer
dabei hat und für den Notfall pflegt. Für Kinder mit Asthma gibt es ein
Medikament, das die Luftwege so schützt wie die Stacheln den Igel.
Die Cromoglycinsäure sollte meist drei- bis viermal täglich inhaliert werden.
Die Cromoglycinsäure (DNCG) ist das typische ”Igel-Medikament”. Es
schützt die Bronchialwand zuverlässig und beugt so einer Verengung der
Atemwege vor. Die genaue Wirkung dieses Medikaments besteht darin, daß
es Entzündungen innerhalb der Bronchialwand unterdrückt, die durch
innere oder äußere Reize angestoßen werden. Bei regelmäßiger Behandlung
gehen die allergischen Reaktionen innerhalb einiger Wochen nach und
nach zurück. Entsprechend lange sollten Sie daher auch warten, bevor
Sie den Erfolg der Therapie beurteilen. Insgesamt ist die Behandlung
mit DNCG gut verträglich.
Eine Gruppe weiterer Medikamente zur Vorbeugung von Entzündungen der
Bronchialwand sind die Kortikosteroide. Der Name zeigt bereits, daß sie
dem körpereigenen Hormon Kortison ähnlich sind. Sie gelten als starke
Waffe im Kampf gegen Asthma. Ihre Wirkung kann für Kinder mit dem
Panzer einer Schildkröte verglichen werden, der ihre Bronchien schützt.
Kortikosteroide können inhaliert oder auch als Tabletten eingenommen
werden. Für eine längerfristige vorbeugende Behandlung wird dieses
Medikament als Spray empfohlen. Es gelangt ohne Umweg durch den ganzen
Körper direkt dorthin, wo es wirken soll. Bei richtiger Dosierung ist
es so weitgehend frei von Nebenwirkungen. Befürchtungen, die manche
Eltern mit einer Kortisonbehandlung verbinden, sind hier nicht
begründet, weil nur geringste Mengen des Wirkstoffes in die Blutbahn
gelangen. Durch Ausspülen des Mundes nach der Inhalation können
schließlich auch mögliche Begleiterscheinungen in der Mundhöhle
(Pilzbelag) vermieden werden.
Kortikosteroide als Tabletten werden zur Dauerbehandlung nur selten
eingesetzt, meist nur bei besonders schwer zu behandelnden
Asthmaformen. Hier wird der Arzt genau darauf achten, daß die Dosis
möglichst gering, aber noch ausreichend wirksam ist. Um unerwünschte
Wirkungen zu vermeiden, kann es z. B. sinnvoll sein, das Medikament nur
jeden zweiten Tag zu nehmen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen des
Kinderarztes sorgen hier für die notwendige Sicherheit und Schutz vor
unerwünschten Wirkungen.
Auch für die Kortikosteroide gilt: Sie können nur dann vorbeugen, wenn
sie regelmäßig eingenommen werden. Die vollständige Wirkung zeigt sich
auch hier erst nach einigen Wochen. Nach dem Absetzen des Medikaments
bleibt sie noch einige Zeit bestehen. Deshalb sollten Änderungen der
Dosis nur sehr langsam und unter sorgfältiger Beobachtung der Atmung
durchgeführt werden. Kortikosteroide in Form von Sprays helfen im
Notfall einer Asthmaattacke nicht.
Einige bronchienerweiternde Medikamente helfen im akuten Notfall,
wenn Atemnot droht oder bereits eingetreten ist. Sie wirken innerhalb
einiger Minuten, indem sie die verkrampfte Bronchialmuskulatur
entspannen. So können sie lebensrettend sein. Andere
bronchienerweiternde Medikamente eignen sich auch zur Behandlung von
langanhaltenden Beschwerden.
Beta-2-Mimetika sind die wichtigsten Asthmamedikamente bei akuter
Atemnot. In der Regel werden sie als Spray (Dosieraerosol) gegeben. Die
bronchienerweiternde Wirkung setzt innerhalb von einigen Minuten ein
und hält etwa 2 bis 6 Stunden an. Sie können Ihrem Kind die Wirkung
dieses Medikaments anschaulich erklären, indem Sie es mit einem
Maulwurf vergleichen. Das ”Maulwurf-Medikament” macht sich auf den Weg
durch die verengten Atemwege und schaufelt sie frei, damit wieder genug
Luft hindurchströmen kann.
Inzwischen sind auch Beta2-Mimetika
erhältlich, die bis zu 12 Stunden wirken. Diese werden bei schweren
Asthmaformen und bei nächtlichen Beschwerden eingesetzt. Neben Sprays
gibt es Beta-2-Mimetika auch als Tropfen, die zusammen mit DNCG, z.B.
im PariBoy, vernebelt werden können. Weiterhin werden sie als
Tabletten, Saft oder Zäpfchen angeboten.
Außer bei Notfällen können Beta2-Mimetika
auch vorsorglich inhaliert werden, um Risiken, z. B. durch körperliche
Belastungen oder Erkrankungen, vorzubeugen. Insgesamt sollten diese
Medikamente jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich
notwendig sind. Als unerwünschte Wirkung kann sich ein leichtes
vorübergehendes Muskelzittern einstellen. Es ist von der Dosis abhängig
und verschwindet ohne bleibende Folgen wieder von selbst.
Wenn Ihr Kind immer häufiger zum Spray greifen muß, sprechen Sie bitte
mit Ihrem behandelnden Kinderarzt. Wahrscheinlich reicht die
vorbeugende Behandlung zum Schutz der Bronchialschleimhaut nicht aus.
Beta-2-Mimetika helfen zwar bei akuter Atemnot, sie können aber die
Grundprobleme, die Entzündung der Bronchialschleimhaut und die
Allergie, nicht lindern.
Theophyllin ist ein anderes Medikament, das die Bronchien ebenfalls
erweitert. Zusätzlich regt es die Atmung an. Verglichen mit den Beta2-Mimetika ist seine Wirkung schwächer, und sie tritt deutlich später ein.
Theophyllin, das in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen
eingenommen wird, wirkt erst, wenn davon ausreichend im Blut vorhanden
ist. Um das Medikament richtig zu dosieren, muß der sogenannte
Wirkspiegel im Blut bestimmt werden. Ihr Kinderarzt wird dazu einige
Untersuchungen durchführen und Sie bitten, den Behandlungserfolg
sorgfältig mit einem Peak-Flow (Gerät zur Messung der Atemkraft) zu
beobachten. Das Bild eines Krokodils, das die Bronchien bewacht und im
Notfall erweitert, kann Kindern die Wirkung dieses Medikaments erklären.
Theophyllin kann einerseits zur Dauerbehandlung eingesetzt werden;
andererseits findet es in Form von Tropfen auch Verwendung als
Notfallmedikament. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt
gegebenenfalls genau erklären, welche Dosis für Ihr Kind richtig ist.
Für den Notfall ist es hilfreich, wenn Sie gemeinsam einen
Behandlungsplan mit Dosisangaben vorbereiten. Damit können Sie Ihrem
Kind trotz Aufregung sicher und korrekt helfen. Nebenwirkungen treten
meist auf, wenn Theophyllin überdosiert wird. Es kann zu Unruhe,
Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen führen.
Kortikosteroide, die als Tabletten eingenommen oder in
die Vene injiziert werden, hemmen die Entzündung und Schwellung der
Bronchialschleimhaut und verstärken die Wirkung der
bronchienerweiternden Medikamente. Sie gelten als starke Waffe im Kampf
gegen die Atemnot bei einer Asthmaattacke. Kindern kann hier das Bild
eines starken Panzernashorns helfen, das mit aller Kraft durch die
Atemwege drängt und sie so erweitert.
Bis die Wirkung der geschluckten Kortikosteroide vollständig eintritt,
können einige Stunden vergehen. Zur Notfallbehandlung ist eine deutlich
höhere Dosis erforderlich als bei der Dauerbehandlung. Auch diese Dosis
sollten Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt vorab besprechen und sie für
den Notfall notieren.
Bei kurzzeitiger Einnahme sind Kortikoide auch in höherer Dosis gut
verträglich, mögliche Nebenwirkungen verschwinden mit dem Absetzen der
Medikamente.
Inhalative Therapie
Orale Therapie
Der direkte Weg ist schneller. Außerdem bietet er den Vorteil, daß weniger Wirkstoff als bei Tabletten benötigt wird, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Die Inhalationsbehandlung ist zusätzlich schonender, weil die Medikamente nur dort wirken, wo sie sollen, und nicht in anderen Körperregionen. Speziell bei Asthmamedikamenten, die mehrmals täglich und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen, ist dies besonders günstig. Für Ihr Kind lohnt sich die Mühe der Inhalation also in jedem Fall!
Die Feuchtinhalation ist eine schonende und gründliche, aber auch
aufwendige Inhalationsmethode. Bei sehr kleinen Kindern, bei schwerem
Asthma und bei erkältungsbedingten Verschlechterungen ist die
Feuchtinhalation besonders zu empfehlen. Die Feuchtinhalation kann auch
bei Säuglingen und Kleinkindern mit Hilfe sogenannter Babymasken
durchgeführt werden.
Für die Feuchtinhalation wird ein Fertiginhalat verwendet. Darin liegt
das Medikament gebrauchsfertig portioniert in Flüssigkeit gelöst vor.
Mit Hilfe von Druckluft oder Ultraschall wird das Inhalat vernebelt. Es
entstehen feine Flüssigkeitströpfchen, die beim Einatmen sehr tief in
die Atemwege vordringen und sich in der ganzen Lunge verteilen können.
Sowohl Cromoglycinsäure als auch Beta 2-Mimetika stehen als Fertiginhalat zur Verfügung.
Die Inhalation von Flüssigkeitströpfchen ist angenehm und schonend. Sie
kann von Kindern in jedem Alter mit etwas Übung gut durchgeführt
werden.
Für die Feuchtinhalation werden neben dem Medikament noch ein kleiner
Kompressor und ein Düsenvernebler mit Mundstück benötigt. Sie können
überall dort betrieben werden, wo ein Stromananschluß zur Verfügung
steht. Alle Teile passen problemlos in jedes Reisegepäck.
Die Inhalation dauert ungefähr 10 bis 15 Minuten. Regelmäßige
Inhalationen entsprechend dem Behandlungsplan Ihres Kinderarztes sind
die Voraussetzung für eine wirksame Therapie!
Tips zur Feuchtinhalation
Vor der Inhalation sollten die Hände gründlich gewaschen
werden, da sonst beim Öffnen der Ampullen Keime in die Inhalierlösung
gelangen können.
Die Ampulle mit dem gebrauchsfertigen Inhalat wird geöffnet und die
Lösung in den Medikamentenbecher gefüllt. Der Vernebler wird
zusammengesteckt.
Bitten Sie Ihr Kind, sich entspannt und aufrecht hinzusetzen. Die richtige Sitzhöhe kann hier viel ausmachen.
Wenn Ihr Kind bereits mit einem Mundstück inhalieren kann, sollte es
dieses mit den Lippen umschließen und tief durch den Mund einatmen.
Sollten Sie einen Vernebler mit Unterbrechertaste besitzen, halten Sie
oder Ihr Kind die Unterbrechertaste während des Einatmens gedrückt.
Nach dem Einatmen wird die Unterbrechertaste losgelassen, kurz die Luft
angehalten und dann langsam ausgeatmet. Ohne Unterbrechertaste atmet
Ihr Kind einfach durch den Vernebler ein und aus.
Zu Beginn dieser Behandlung sollten Sie mit Ihrem Kind zuerst einmal
ohne Medikament üben, den richtigen Atemrhythmus zu finden. Gehen Sie
mit gutem Beispiel voran und atmen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind. Achten
Sie darauf, daß sie langsam und ruhig atmen, damit es nicht zu
Schwindelgefühl oder Übelkeit kommt. Lassen Sie zu Beginn auch Ihre
Phantasie spielen, um Ihr Kind möglichst angstfrei und entspannt in die
Behandlung einzuführen. Sie könnten beispielsweise zwei Taucher sein,
die tief im Meer auf Entdeckungstour gehen und dabei selbstverständlich
durch eine Maske atmen. Besonders jüngeren Kindern hilft auch die
konkrete Erfahrung und Vorstellung, daß die schützenden ”Igel- oder
Maulwurf-Medikamente” dorthin gelangen, wo Kinder selbst Beschwerden
spüren können. Erzählen Sie dazu eine lebendige Geschichte.
Bitte denken Sie auch an die Reinigung des Gerätes! Nach jeder
Inhalation sollte der Vernebler zerlegt werden. Alle Teile, die mit dem
Mund oder mit dem Medikament in Berührung kommen, sollten heiß
abgespült werden. Medikamentenreste und andere Ablagerungen lassen sich
gut in heißem Wasser mit etwas Spülmittel entfernen. Danach sollte mit
klarem Wasser nachgespült werden. Mindestens einmal wöchentlich sollten
Sie eine Desinfektion (Aus- kochen der Einzelteile) vornehmen. Sie
können diese gründliche Reinigung mit einem Gerät zur Desinfektion von
Babyflaschen durchführen, dem NUK Vaporisator 2002. Es arbeitet mit
heißem Wasserdampf und stellt sicher, daß alle Teile keimfrei sind.
Nach jeder Reinigung sollten die Einzelteile mit Haushaltspapier, auf
einem Handtuch oder mit einem Fön getrocknet werden. Setzen Sie die
Einzelteile erst unmittelbar vor der nächsten Inhalation zusammen. So
können Sie vermeiden, daß Ihr Kind in Kontakt mit schädlichen
Krankheitskeimen kommt.
Dosieraerosole bieten die Möglichkeit einer weniger aufwendigen
Inhalation. Die Sprays sind handlich, sofort einsatzbereit und können
überallhin mitgenommen werden. Bei einem Dosieraerosol wird aus einer
Düse ein Nebel freigesetzt, in dem das Medikament sehr fein verteilt
ist. Beta2-Mimetika , Cromoglycinsäure und auch Kortikosteroide stehen als Spray zur Verfügung.
Die richtige Handhabung des Aerosols erfordert Übung. Da das Medikament
die Düse mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h verläßt, kommt es
hier auf eine perfekte Abstimmung von Handbewegung und Atmung an. Der
Sprühstoß muß genau im richtigen Moment, d. h. während des Einatmens
ausgelöst werden. Selbst bei sehr sorgfältiger Technik gelingt es
Kindern und vielen Erwachsenen nicht, das Medikament wirklich
vollständig bis in die Bronchien einzuatmen. Besonders schwierig wird
es dann, wenn bereits Atembeschwerden bestehen. Deshalb werden heute
spezielle Inhalierhilfen, sogenannte Spacer, in verschiedener Form
angeboten. Spacer sind Behälter, die zwischen das Spray und ein
Mundstück gesetzt werden.
Das Spray wird in den Spacer gesprüht. Dort verteilt es sich und kann
daraus ruhig und ohne Zeitdruck eingeatmet werden. So können Sie sicher
sein, daß das Medikament vollständig in die Atemwege gelangt und nicht
nur im Mundraum bleibt.
- Ihr Kind sollte sich in Ruhe hinstellen und eine bequeme Haltung einnehmen.
- Dann wird die Schutzkappe vom Mundstück des Dosieraerosols abgenommen und auf das Mundstück (kleine Öffnung) des Spacers gesteckt.
- Der Spacer wird mit der offenen Seite auf das Mundstück des Aerosols gesetzt.
- Nun das Dosieraerosol kräftig schütteln und durch Drücken einen Sprühstoß auslösen. Dabei muß das Mundstück nach unten zeigen.
Ausatmen, die Schutzkappe vom Spacer entfernen und das Mundstück mit den Lippen und Zähnen fest umschließen. - Ruhig und tief einatmen, für einige Sekunden die Luft anhalten (bis 10 zählen) und langsam ausatmen.
- Wenn ein Kortikosteroid inhaliert wird, daran denken, den Mund anschließend mit klarem Wasser auszuspülen.
Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Feuchtinhalationen, z.B. mit dem Pari Boy und Dosieraerosolen, wird das Medikament bei dieser Methode als feines Pulver eingeatmet. Die Pulverinhalation ist eine Trockeninhalation. Auch hier sollten Sie die notwendigen Handgriffe zuerst einmal mit Ihrem Kind üben. So funktioniert die Pulverinhalation mit dem FluiR-Inhaler:
- Schutzdeckel abziehen und das Mundstück in Pfeilrichtung verdrehen;
- Pulverkapsel in die Kapselkammer einlegen und das Gerät schließen;
- beide roten Knöpfe gleichzeitig drücken, bis das Knacken der Kapsel zu hören ist...
- Inhaler drehen, bis das Mundstück nach unten zeigt...
- ausatmen, den Kopf in den Nacken legen und das Mundstück mit den Lippen fest umschließen...
- tief und schnell einatmen; dabei ist das Surren der drehenden Kapsel zu hören.
Da jedes System zur Pulverinhalation etwas anders funktioniert, sollten
Sie sich den Beipackzettel in Ruhe ansehen und mit Ihrem Kinderarzt
besprechen, was bei Ihrem Medikament besonders zu beachten ist.
Gegenüber der Inhalation mit einem Dosieraerosol bietet die Pulverinhalation einige Vorteile.
Sie ist gerade für Kinder einfacher, denen es nicht gelingt, Atmung und
die Handbewegung beim Auslösen eines Sprays gut abzustimmen. Eltern
können die Pulverkapseln abgezählt mitgeben und damit verhindern, daß
ein Medikament zu oft eingesetzt wird. Gleichzeitig kann bei vielen
Systemen geprüft werden, ob wirklich die gesamte Dosis inhaliert wurde.
Ebenso wie Ihr Kind einzigartig und unverwechselbar
ist, muß auch seine Behandlung individuell auf sein Asthma, seine
Lebenssituation und seine Bedürfnisse abgestimmt werden. Dies sollte in
vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem
Kinderarzt geschehen. ”Soviele Medikamente wie nötig, so wenig
Medikamente wie möglich” ist dabei der Leitgedanke. Ziel der Behandlung
sollte es sein, schwere Asthmaanfälle zu vermeiden, eine möglichst
normale Belastbarkeit im Alltag zu erreichen, einen guten Schlaf zu
ermöglichen und schließlich auch ein möglichst normales Aufwachsen
gemeinsam mit Freunden zu fördern.
Bei sehr leichten Asthmaformen kann es beispielsweise ausreichen, nur
Beta2-Mimetika bei seltenen Beschwerden zu geben. Meist ist aber
zusätzlich eine Dauerbehandlung mit DNCG sinnvoll. Reicht das nicht
aus, werden zusätzlich Kortikosteroide in niedriger Dosierung zur
täglichen Inhalation empfohlen. In einem weiteren Schritt ist die
Dauerbehandlung mit Theophyllin möglich. Im nächsten Schritt können
Kortikosteroide in höherer Dosis inhaliert werden. Reicht dies wiederum
nicht aus, können Kortikosteroide zusätzlich als Tabletten eingenommen
werden.
Die Dosis der Medikamente ist meist abhängig vom Alter und Gewicht
eines Kindes. Weiterhin wird sie von der Schwere des Asthmas bestimmt.
In besonderen Situationen, beispielsweise vor körperlichen Belastungen
oder bei beginnenden Infekten, ist es oft er forderlich, die Dosis zu
ändern oder ein Medikament zusätzlich zu nehmen. Neben dem normalen
Behandlungsplan sollten Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
besprechen, welche Änderungen bei Sondersituationen wichtig sind.
Auf den seltenen Fall einer schweren Asthmaattacke können Sie sich mit
einem Notfallplan vorbereiten. Notieren Sie sich dazu genau, welche
Medikamente Ihr Arzt dazu in welcher Dosis vorschlägt.
Der Erfolg der Dauerbehandlung mit bronchienschützenden Medikamenten
zeigt sich erst nach einigen Wochen. Im optimalen Fall ist Ihr Kind
darunter beschwerdefrei und normal belastbar. Nehmen Sie dies jedoch
nicht zum Anlaß, die Therapie vorschnell abzubrechen. Die Beschwerden
werden sonst nach kurzer Zeit wieder auftreten. Zur Sicherheit Ihres
Kindes sollten Sie alle Änderungen der Langzeittherapie gemeinsam mit
dem Arzt planen und sorgfältig überwachen. Dazu gehört
selbstverständlich auch, daß unerwünschte Wirkungen der Medikamente
frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Es ist verständlich, wenn sich Eltern eine Behandlung wünschen, die
Asthma schnell und vollständig heilt. Manche hoffen dabei auf
alternative Verfahren, die aber in der Regel leider nicht zum
erwünschten Erfolg führen. Sprechen Sie mir, wenn Sie von
einer solchen Methode gehört haben und mehr darüber wissen möchten. Für
die Gesundheit Ihres Kindes kann es wichtig sein, mögliche Vor- und
Nachteile in Verbindung mit der medikamentösen Therapie zu bedenken.
Viele Eltern berichten, daß die tägliche Unsicherheit und die Angst vor
einer plötzlichen Asthmaattacke das seelische Befinden und die
Lebensfreude aller Familienmitglieder erheblich beeinträchtigen können.
Einige dieser Sorgen lassen sich dadurch abbauen, daß Kinder und Eltern
lernen, die Atmung gut zu beobachten, um bei ersten Anzeichen einer
Verschlechterung frühzeitig handeln zu können.
- Asthmaschulung
- Messung der Atemkraft mit einem Peak-flow-Meter
- Wie oft sollte das Peak-flow zum Einsatz kommen?
- Nur die richtige Messung ergibt aussagefähige Werte
- Warum ist ein Peak-flow- Protokoll wichtig?
In Asthmaschulungen wird dazu geübt, welche Situationen bei jedem Kind
persönlich zu einer Asthmaattacke führen können. Beispiele dafür sind:
- Kontakt mit Allergenen, z. B. ein Zoo- oder Zirkusbesuch bei einer Allergie gegen Tierhaare;
- ein beginnender Schnupfen oder eine Erkältung;
- Temperaturschwankungen und andere Witterungseinflüsse;
- Zigarettenrauch, Abgase, Staub;
- körperliche Belastung in kalter Luft;
- große seelische Belastungen wie Angst, Ärger, aber auch Freude; und viele andere mehr.
- Atemgeräusche, wie ”Brummen”, ”Giemen” oder ”Pfeifen”;
- nächtlicher
Husten mit Schlafstörungen;
- veränderter Atemrhythmus mit verlangsamter Ausatmung;
- hochgezogene Schultern;
- leichte Luftnot mit Engegefühl;
- ungewöhnliche Schwierigkeiten bei körperlichen Belastungen;
- und einige weitere persönliche Anzeichen.
Denn nicht immer spüren Kinder, daß ihre Atemkraft nachläßt - vor allem dann, wenn sich die Atmung allmählich verschlechtert. Das sogenannte Peak-flow-Meter stellt hier eine wichtige Hilfe im Alltag dar. Der englische Begriff ”Peak-flow” steht dabei für die Schnelligkeit des ausgeatmeten Luftstroms. Das Peak-flow-Meter mißt demnach die größte Strömungsgeschwindigkeit, die entsteht, wenn schnell und stark ausgeatmet wird.
Regelmäßige Peak-flow-Messung bedeutet anfangs dreimal täglich, morgens, mittags und abends, immer vor der Einnahme des Medikaments. Dabei wird jeweils dreimal hintereinander gemessen. Der höchste der drei Werte wird in ein Peak-flow-Protokoll eingetragen. Man nennt diese Methode auch das 3X3 der Peak-flow-Messung
Selbstverständlich können Sie, wann immer Sie es für
nötig halten, auch zwischendurch messen. Sie können so zum Beispiel
überprüfen,...
ob wirklich ein Asthmaanfall droht; wie sich sportliche Betätigung
auswirkt; ob und wie schnell Medikamente zur Erweiterung der Bronchien
wirken.
Wie oft Ihr Kind messen sollte, wenn sich die Behandlung eingespielt
hat und das Asthma gut unter Kontrolle ist, wird Ihr Kinderarzt mit
Ihnen besprechen. Auch auf Dauer werden die Messungen ein wichtiger
Bestandteil der Behandlung bleiben.
- Lassen Sie Ihr Kind immer im Stehen messen.
- Setzen Sie das Mundstück auf das Peak-flow-Meter.
- Der Zeiger sollte auf Null stehen und frei beweglich sein.
- Ihr Kind sollte das Gerät waagerecht, z. B. wie eine Trompete, halten und darauf achten, daß es den Schlitz für den Zeiger nicht mit den Fingern verdeckt.
- Dann gehts los: Tief einatmen, das Mundstück des Peak-flow- Meters mit
Lippen und Zähnen umschließen und so stark und schnell wie möglich
hineinblasen (so, als würde eine Kerze aus- geblasen).
- Der Wert auf der
Skala neben dem Zeiger gilt.
- Nun wird der Zeiger wieder auf Null
gestellt und das Ganze noch zweimal wiederholt.
- Zum Abschluß tragen Sie oder Ihr Kind den höchsten der drei Werte in das Peak-flow-Protokoll ein.
Wenn Sie die Messungen regelmäßig durchführen und die Werte der Messungen in einem Protokollblatt miteinander verbinden, dann können Sie über das Auf und Ab der Kurve recht gut erkennen, wie es um die Gesundheit Ihres Kindes steht. Sie können das Protokoll nutzen, um...
- ... mit mir zu besprechen, ob die medikamentöse Behandlung noch stimmt. So können Sie sicher sein, daß weder zu viele noch zu wenige Medikamente eingenommen werden.
- ... Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
- ... Situationen oder Verhaltensweisen näher kennenzulernen, die zur Verschlechterung der Atmung führen.
Obwohl sich Eltern und Kinder meist bemühen, die Medikamente nach Plan einzunehmen, können sie doch einmal vergessen werden. Das ist nur zu menschlich. Damit ich Sie richtig beraten kann, sollte er aus dem Protokoll erkennen können, ob die Medikamente eingenommen wurden oder nicht. Ehrlichkeit hilft hier allen Beteiligten!
Medikamente sind wichtige und unverzichtbare Bestandteile der Asthmabehandlung. Durch regelmäßige Atemübungen kann das Wohlbefinden jedoch zusätzlich gesteigert werden.
Der folgende Abschnitt will Ihnen zeigen, wie Sie Ihrem Kind spielerisch helfen können, beweglich und leistungsfähig zu bleiben. Außerdem können Sie mit ihm üben, wie es sich selbst bei beginnender Atemnot durch günstige Körperstellungen und die richtige Atemtechnik Erleichterung verschaffen kann. Das Gefühl, sich im Notfall selbst helfen zu können, baut Angst ab, stärkt das Selbstbewußtsein und fördert so das körperliche und seelische Wohlbefinden.
Nutzen Sie die kindliche Freude an Bewegung, indem Sie die Atemübungen als Spiel und Familienaktivität in den Alltag aufnehmen. Gerade jüngere Kinder lieben Rituale, wie z. B. zehn Minuten Atemgymnastik vor dem Abendessen gemeinsam mit dem Vater vor dem Hintergrund einer ruhigen Lieblingsmusik. Geschwister oder Freunde können ebenso mitmachen, wenn nachmittags gespielt wird. Stellen Sie den Spaß an gemeinsamer Aktivität in den Vordergrund. Das Asthma muß dabei nicht ständig betont werden. Wie bei jedem Training machen sich Erfolge auch hier erst nach längerem regelmäßigen Üben bemerkbar.
Besonders für Kinder mit Asthma ist das Einatmen durch die Nase günstig, weil bei ihnen bereits kalte oder trockene Luft einen Hustenanfall oder Atemnot auslösen kann.
Ausatmen sollte Ihr Kind durch den Mund, und zwar möglichst langsam und ruhig. Die sogenannte Lippenbremse hilft dabei.
Bei der Lippenbremse läßt man die Luft durch die locker aufeinanderliegenden Lippen langsam und ohne Druck ausströmen. Der Atemstrom wird gebremst. Die Atemwege bleiben weit. Mit dem folgenden Spiel können Sie diese Technik üben.
Übung zur Lippenbremse: ”Pusteblume”
Die Watte darf nicht wegfliegen, sollte aber auch nicht ruhig liegen bleiben. Probieren Sie mit Ihrem Kind gemeinsam, wie lange es die Watte so in Bewegung halten kann.
Die Lippenbremse ist eine besonders hilfreiche Atemtechnik, wenn sich Atemnot ankündigt, z. B. bei körperlichen Belastungen während des Spielens. Üben Sie diese Technik deshalb auch in alltäglichen Situationen. Das Stichwort ”Pusteblume” kann Kinder insbesondere bei Belastungen an die hilfreiche Atemtechnik erinnern.
Die Ellenbogen stützen sich auf den Oberschenkeln ab. Der Kopf wird bequem gehalten, und es wird langsam ein- und mit der Lippenbremse ausgeatmet. Statt der Ellenbogen können auch die Hände auf den Oberschenkeln abgestützt werden.
Ähnlich ist auch der Schülersitz. Dabei legt man die gebeugten Arme auf eine Unterlage, z. B. auf einen Tisch oder die Rückenlehne eines Stuhls. Der Kopf wird zur Seite gedreht und liegt entspannt auf den Händen.
Päckchen
Vielleicht besuchen Sie eine Asthmaschulung oder Asthmasportgruppe, in der Sie erste Erfahrungen mit diesen und weiteren Übungen unter fachkundiger Betreuung sammeln können.
Die folgenden Übungsbeispiele haben mehrere Ziele: Die Beweglichkeit des Brustkorbs soll verbessert, die Atmung vertieft und Schleim gelöst werden.
Rutsche
So gehts: Auf dem Boden auf die Fersen setzen, dabei die Knie geschlossen halten, dann den Körper mit den Händen nach hinten abstützen, die Brust vorschieben und mit dem Kinn die Brust berühren; mehrfach tief durchatmen und dann wieder entspannen.
Fisch

So gehts: Auf den Bauch legen, dabei ein Kissen unter den Brustkorb schieben; die Hände liegen auf dem Po; nun den Kopf ganz nach hinten strecken und den Brustkorb so weit wie möglich nach oben drücken; mehrfach tief und ruhig atmen.
Dreh-Dehnlage
So gehts: Auf die Seite legen, das untere Bein wird gestreckt, das obere ist angezogen; beide Armen sind lang gestreckt; nun die Schulter langsam so drehen, daß der obere Arm auch auf dem Boden liegt, während die Hüften in der Seitenlage bleiben, ruhig durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Bei dieser Übung sollte jede Körperseite einmal oben liegen.
Kobra-Schlange
So gehts: Auf den Bauch legen, beide Hände liegen auf dem Po, nun den Kopf und die Brust anheben und dabei auf den Boden schauen; mehrfach tief und ruhig atmen.
So gehts: Wieder auf den Bauch legen und mit der rechten Hand den linken Fuß festhalten; der andere Arm wird nach vorne gestreckt; nun den Brustkorb und den freien Arm anheben und dabei weiter den Boden anschauen; mehrfach tief und ruhig atmen. Auch die Übung sollte seitenverkehrt wiederholt werden.
Damit die Übungen Ihrem Kind wirklich nutzen, bedenken Sie bitte:
- Das Üben sollte Spaß machen; kleiden Sie die Übungen in spannende
Geschichten ein, beteiligen Sie Geschwister und Freunde oder machen Sie
selbst mit;
- üben Sie regelmäßig besonders dann, wenn es Ihrem Kind gut
geht; überfordern Sie es nicht, wenn es ihm schlecht geht;
- üben Sie in
einem zuvor gut gelüfteten Raum, der aber nicht zu kalt sein sollte;
- achten Sie auf bequeme weite Kleidung;
- Kinder mögen Bewegung, möchten aber nicht ständig auf ihre Erkrankung hingewiesen werden; betonen Sie deshalb die Freude an gemeinsamer Aktivität, statt ständig darauf hinzuweisen, daß wegen des Asthmas geübt werden muß.
Frühe Warnzeichen, die einer Atemnot vorausgehen:
- der Peak-flow-Wert sinkt innerhalb mehrerer Tage ab, oder er schwankt ungewöhnlich;
- nächtlicher Husten mit Schlafstörungen;
- Erkältungskrankheiten können Atemnot begünstigen;
- ”Rasseln” der Atmung bei körperlicher Belastung;
- das allgemeine Befinden ist schlechter.
Ein Asthmaanfall macht sich anfangs bemerkbar durch:
- einen veränderten Atemrhythmus mit verlangsamter Ausatmung;
- Atemgeräusche, wie ”Brummen”, ”Giemen” oder ”Pfeifen”;
- hochgezogene Schultern;
- eine Überblähung des Brustkorbs;
- eine ungewöhnlich kurze Wirkung des bronchienerweiternden Sprays (nur 2 Stunden).
Ein schwerer Asthmaanfall ist verbunden mit:
- schneller und angestrengter Atmung, wobei das Ausatmen besonders schwer fällt;
- Kurzatmigkeit, die das Sprechen und Bewegen behindert;
- stark geblähtem und angehobenem Brustkorb;
- blauer Lippenfarbe;
- schnellem Herzschlag; großer Angst und Gefühl der Beklemmung.
Genau wie die tägliche Behandlung individuell auf Ihr Kind zugeschnitten ist, muß auch der Notfallplan maßgeschneidert werden. Besprechen Sie deshalb mit Ihrer Kinderarzt rechtzeitig, welche Medikamente in welcher Dosis im Ernstfall erforderlich sind. Der Plan sollte immer griffbereit sein. Hängen Sie eine Kopie an die Pinwand in der Küche, legen Sie eine andere Kopie zu den Medikamenten und vielleicht eine Dritte in Ihre Geldbörse.
Ihr Notfallplan könnte etwa so aussehen wie im folgenden Beispiel:
- Notfallplan für..........
- Ruhe bewahren!
- Eine Position einnehmen, die ruhiges und tiefes Atmen erlaubt (z. B. Kutschersitz); wenn möglich, durch die Nase einatmen; Ruhig ausatmen, Lippenbremse!
- Peak-flow messen: liegen die Peak-flow-Werte um 20% oder mehr unter dem
Normalwert, ein schnell wirkendes Medikament inhalieren, das die
Bronchien erweitert;
- Name des Medikamentes.................Dosis......................
- nach 10 Minuten wieder Peak-flow messen.
.............................................................................
(Name und empfohlene Dosis des Medikaments)
~ Kinderarzt Tel.: ....................................................
~ Kinderklinik Tel.: ..................................................
Notfälle treten oft dann ein, wenn man nicht damit rechnet, z. B. während eines Ausfluges, im Urlaub oder bei anderen Unternehmungen außerhalb. Dann nutzt es wenig, wenn die Medikamente zu Hause gut verwahrt sind. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, eine kleine Tasche mit den Medikamenten, dem Peak-flow und dem Plan für den Notfall überallhin mitzunehmen.
Wenn Ihr Kind alt genug ist, um die Grundzüge seiner Behandlung zu verstehen, sollte es ebenfalls zumindest ein bronchienerweiterndes Spray und ein Kärtchen mit den wichtigsten Anweisungen und Telefonnummern bei sich haben.
Denken Sie auch an eine Telefonkarte, damit Ihr Kind oder seine Freunde im Notfall Hilfe holen können.
Voruntersuchungen beim Kinderarzt
Bevor es losgeht
Erzieherinnen, Lehrer und Trainer informieren
Fast alle Kinder mit Asthma leiden unter dem sogenannten Anstrengungs- oder Belastungsasthma. Körperliche Belastung führt, wie bei allen Menschen, zu schneller Atmung. Die Atemwege kühlen dabei meist ab und trocknen aus. Dies wiederum löst bei vielen Kindern mit Asthma Atemnot aus.
Schließlich ist noch zu bedenken, ob Ihr Kind beim Sport in Kontakt mit Stoffen kommen kann, auf die es allergisch reagiert. Pferdehaare beim Reiten oder Gräserpollen bei Rasensportarten sind dafür Beispiele.
Einen guten Einstieg in körperliche Aktivitäten stellen Sportgruppen für Kinder mit Atemwegserkrankungen dar. Die geschulten Betreuer vermitteln nicht nur Spaß an der Bewegung, sondern auch das notwendige Wissen und wichtige Techniken, um sicher Sport treiben zu können. Leider gibt es noch nicht überall entsprechende Angebote. Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach der nächsten Adresse.
Kinder mit Belastungsasthma sollten etwa 20 Minuten vor dem Sport die Schutzmedikamente inhalieren, die ihr Arzt ihnen empfohlen hat. Mit dem Peak-flow kann dann überprüft werden, ob die Atemkraft ausreicht.
Das Notfallmedikament gehört selbstverständlich in die Sporttasche.
Die Kleidung sollte leicht sein und nicht einengen, aber ausreichend wärmen. Nach dem Sport sollten verschwitzte Sachen sofort gegen trockene ausgetauscht werden.
Insbesondere zu Beginn sportlicher Aktivität sollte Ihr Kind es langsam angehen lassen und nach einer Aufwärmzeit eine kurze Pause einlegen. Trainingsformen, bei denen sich anstrengende und ruhigere Phasen ablösen sind günstiger als Langzeitbelastungen.
Ermutigen Sie Ihr Kind schließlich, immer dann Pausen zu machen, wenn es meint, etwas Ruhe zu brauchen. Wirkliche Stärke bedeutet nicht, sich über die eigenen Grenzen hinaus zu fordern, sondern früh genug aufzuhören. Gerade Kinder, die fürchten, als Schwächling verspottet zu werden, sind hier gefährdet. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie es seine Bedürfnisse selbstbewußt und sicher gegenüber anderen Kindern durchsetzen kann.
Kinder mit Asthma können und sollten nicht ständig von ihren Eltern umsorgt und überwacht werden. Zur Sicherheit Ihres Kindes ist es sinnvoll, Erzieherinnen im Kindergarten, Lehrer und vor allem Trainer über die Erkrankung zu informieren. Überlegen Sie vor dem Gespräch genau, welche Informationen wirklich wichtig sind und welche eher verunsichern. Eine zu dramatische Darstellung birgt nämlich die Gefahr, daß sich Außenstehende überfordert fühlen und ablehnen, Ihr Kind zu betreuen. Einfache und klare Anweisungen können hier Sicherheit für alle Beteiligten schaffen.
Es ist beispielsweise nicht notwendig, daß Betreuer die gesamte Behandlung verstehen. Zur Sicherheit Ihres Kindes reicht es in der Regel aus, wenn sie kritische Situationen erkennen und im Notfall schnell Hilfe holen. Vielleicht bereiten Sie dazu ein kurzes Informationsblatt mit dem Namen Ihres Kindes, Ihrer Telefonnummer und der Nummer des Rettungsdienstes vor.
Mit Sportlehrern und Trainern sollten Sie außerdem vereinbaren, daß Ihr Kind jederzeit Pausen einlegen darf und bei Anzeichen von Atemnot sogar dazu angehalten werden sollte. Unter Umständen ist zu überlegen, ob Ihr Kind wegen seines Asthmas ohne Benotung am Schulsport teilnehmen sollte.
Asthma und seine Behandlung stellen zusätzliche Anforderungen, denen Kinder oder Eltern nicht immer gewachsen sind. Regelmäßiges Inhalieren kostet Zeit, und längst nicht jedes Kind hat dazu Lust. Besonders, wenn eine Familie noch durch andere Sorgen belastet ist, kann alles zu viel und die Behandlung vernachlässigt werden. Schuldgefühle kommen auf, und manche Eltern trauen sich kaum noch, den Kinderarzt aufzusuchen.
Ebenso kann ein dramatisch verlaufener Asthmaanfall Eltern so nachhaltig beeindrucken, daß sie ihr Kind aus lauter Angst vor einer Wiederholung nicht mehr aus den Augen lassen. Für manche Außenstehende mag es dann leicht sein, von Überbehütung zu sprechen. Doch dieses vorschnelle Urteil kann besorgten Eltern nicht helfen, vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen und ihrem Kind altersgemäße Freiheiten einzuräumen. Die Sorge der Eltern ist nur zu verständlich, auch wenn dadurch die normale Entwicklung des Kindes erheblich beeinträchtigt wird.
Zwar ist man heute weit davon entfernt, zu glauben, daß Asthma allein durch psychische Probleme hervorgerufen werden kann. Schuldgefühle, die manchen Eltern deshalb heute immer noch eingeredet werden, sind völlig unbegründet.
Doch ist auch bekannt, daß seelische Belastungen, wie z. B. Angst, großer Kummer oder Aufregung, die Atmung beeinträchtigen können. Hier ist zu überlegen, wie Kinder mit Asthma und auch ihre Eltern lernen können, besser mit unvermeidlichen Ereignissen umzugehen.
Konflikte zwischen Eltern und Kindern, vor allem auch Jugendlichen, sind Teil einer ganz normalen Entwicklung. Streit um Ordnung, Pünktlichkeit, abendlichen Ausgang, Schule und Hausaufgaben gehören einfach dazu. Es ist naheliegend, das Asthma hier als Machtinstrument einzusetzen, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Kinder und Jugendliche können die Erkrankung nutzen, um sich unangenehme Situationen oder Pflichten zu ersparen. Eltern können die Erkrankung einsetzen, um Verbote auszusprechen, die eigentlich einen ganz anderen Grund haben.
Kurzfristig mögen Kinder und Eltern so erfolgreich sein, auf Dauer kommt es aber leider meist zu erheblichen Schwierigkeiten sowohl in der Familie als auch mit dem Asthma. Machtkämpfe auf dem Ersatzschauplatz Asthma sind riskant, weil die Erkrankung eine unangemessen große Bedeutung erlangt, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Die hier beschriebenen Sorgen und Schwierigkeiten sind nicht selten. Es ist ganz normal, daß es Familien nicht immer gelingt, gut mit der chronischen Krankheit Asthma und den zusätzlichen Pflichten zu leben. Deshalb sollte es ebenso normal sein, daß Eltern sich auch hier Hilfe holen.
Der erste Ansprechpartner sollte Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt sein. Es ist nicht nur deren Aufgabe, die richtigen Medikamente auszuwählen. Es ist auch ihr Ziel, Familien zu helfen, die schwierige Aufgabe der täglichen Behandlung eines chronisch kranken Kindes zu bewältigen. Scheuen Sie sich also nicht, darüber zu sprechen, wenn es Ihnen schwerfällt, die Behandlung durchzuführen. Bei seelischen Problemen oder Erziehungsfragen können auch andere Fachleute, z. B. Diplom-Psychologen oder psychotherapeutisch ausgebildete Ärzte, hinzugezogen werden.
In vielen Städten haben sich inzwischen auch Selbsthilfegruppen gegründet. Hier können sich Eltern über ihre Sorgen austauschen und Verständnis finden.
Manchmal kann es Eltern bereits helfen, wenn sie erfahren, daß auch andere Familien mit ähnlichen Sorgen belastet sind wie sie selbst. Ähnlich günstige Erfahrungen werden auch von Asthmaschulungskursen oder Asthmasportgruppen berichtet.
Nicht alle Familien möchten jedoch so öffentlich über persönliche Sorgen sprechen. Sie können Hilfe bei Diplom-Psychologen oder anderen psychotherapeutisch ausgebildeten Beratern finden, die inzwischen an immer mehr Kinderkliniken tätig sind und die Situation von Familien mit chronisch kranken Kindern kennen.
Als besonders geeignet haben sich Beratungsgespräche auf familientherapeutischer Grundlage erwiesen. Deren Ziel ist es, die Familienmitglieder gemeinsam auf dem Weg zu einer persönlich passenden Lösung ihres Problems zu begleiten. Es geht dabei darum, alltagstaugliche Lösungen zu finden, Ängste abzubauen und günstige Formen der Bewältigung unvermeidlicher Konflikte zu trainieren. Mit einer langfristigen Psychotherapie oder der Behandlung von schweren geistigen oder seelischen Erkrankungen hat diese Art der Beratung nur wenig gemein. Scheuen Sie sich nicht, auch solche Hilfen in Anspruch zu nehmen, wenn das Asthma Ihr Familienleben zunehmend beherrscht und die Lebensfreude aller Familienmitglieder beeinträchtigt.




